Natürlich übernatürlich
Das ganze Vorwort von Wofram Kopfermann
n diesem lesenswerten Buch geht es um die Ursprünge, die Geschichte, die geistlichen Akzente und die Zukunft der Vineyard-Bewegung. Der Leser erfährt eine Fülle von interessanten Details über die Hauptakteure, allen voran John Wimber, der diese längst internationale Bewegung wesentlich geprägt hat. Der Autor zeigt ihre Wurzeln im Amerika der Sechziger- und Siebziger-Jahre des 20. Jahrhunderts auf, insbesondere den Zusammenhang mit der Jesus-PeopleBewegung. Er schreibt als Insider, glorifiziert aber seine Helden nicht. Die Nähe zu und die dann doch notwendige Distanzierung von benachbarten Aufbrüchen, etwa der Jesus-People-Bewegung, der Toronto-Bewegung oder der (Kansas-City-) Prophetenbewegung werden in ihrer inneren Notwendigkeit aufgezeigt. John Wimber begegnet immer wieder in seiner pragmatischen Herangehensweise, die einerseits unterschiedliche Menschen integrieren konnte und starre Festlegungen vermied, aber doch geistliche Kontinuität erkennen lässt. Besonders eindrucksvoll ist die Dokumentierung seines Sterbeprozesses.
Der Verfasser weiß, dass die Vineyard-Bewegung zunächst einmal ein US-amerikanisches Gewächs ist, zeigt aber auf, dass und warum sie auch in Europa große Erfolgschancen hat. Er begründet seine Zuversicht, dass diese Bewegung unter den Bedingungen der Postmoderne ihren bleibenden Beitrag zum notwendigen Gemeindegründungsprozess leisten, also aktuell bleiben wird.
Dem Autor ist es gelungen, ein leicht lesbares, gut informierendes, geistlich herausforderndes Buch zu schreiben, das zunächst einmal für das Selbstverständnis der Vineyard – die ja selbst auch in B ewegung bleiben will! – von Wichtigkeit ist. Allerdings werden auch Christen aus befreundeten Aufbrüchen, ja, sogar kritisch eingestellte Beobachter Gewinn bei der Lektüre haben. Ich selber bin hier meinem verstorbenen Freund John Wimber sozusagen literarisch noch einmal begegnet. Dankbar bin ich, dass ich ihn kennenlernen konnte und herzliche Beziehungen zu der Vineyard-Bewegung habe.
Wolfram Kopfermann
Leiter der Anskar-Kirche Deutschland, November 2006



