
WIE WIRD EIN TRAUM ZUR REALITÄT
Wie wurdest du zum Missionar in einer fremden Kultur?
NORBERT IN ASIEN
Ich hatte es in dieser Beziehung leichter als viele Andere. Nachdem ich im Alter von 18 Jahren von zuhause weggelaufen war, hatte ich kurz darauf eine Begegnung mit wahren Christen in Schweden, die mir den Weg zu Jesus zeigten. Meine Bekehrung war nicht sehr dramatisch, aber ich war einfach am Ende meiner Hoffnungen angekommen und wollte Jesus eine Chance geben.
Wenige Wochen nach dieser Entscheidung fragte mich ein Freund ob ich Lust hätte mit ihm eine Missionskonferenz zu besuchen. Ich hatte keine Ahnung was damit gemeint war, aber nachdem ich Zeit hatte ging ich einfach mit. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich die Konferenz schrecklich langweilig fand, und wir schauten stundenlang Dias an und hörten die Berichte von Missionaren aus vielen Ländern. Und dennoch geschah in jenen Tagen etwas ganz Entscheidendes in meinem Herzen: In mir wuchs ein starkes Verlangen Jesus eines Tages in Asien zu dienen...
Damals hatte ich keine Ahnung wie das in der Praxis aussehen könnte, aber dieses Verlangen entwickelte sich mehr und mehr in einen Traum. Fast jeden Tag musste ich daran denken wie schön es doch wäre Gott in Asien zu dienen. Ich las alle Bücher über Mission und über Asien die ich finden könnte, und wenn ich irgendwo eine Person aus Asien sah, dann fühlte ich mich sehr stark hingezogen.
Insgesamt musste ich 16 Jahre warten, bis sich dieser Traum in meinem Leben erfüllte, und wir nach Asien ausreisen durften. Über diese Zeit der Vorbereitung könnte ich sehr viel berichten, aber das würde zu weit führen. Aber eines durfte ich in diesen Jahren des Wartens lernen, und das wurde für mich ein Kriterium für eine wahre Berufung von Gott: Wenn Gott eine Berufung schenkt, dann bleibt sie in unseren Herzen am Leben, auch über lange Zeit hinweg, und auch durch Zeiten der Zweifel und Prüfung hindurch!
Seit Mai 1988 leben und dienen wir in vielen Ländern Asiens, und wir hoffen darauf noch viele Jahre dort bleiben zu dürfen. Es gibt für mich keinen besseren Ort auf Erden, denn es ist mir klar dass ich dafür erschaffen wurde.



