EINE ARBEIT UNTERSTÜTZEN

WIE KANN EINE LOKALE GEMEINDE EINEN MISSIONAR GUT UNTERSTÜTZEN?

Die kurze Antwort auf diese Frage lautet schlicht und einfach: Sie kann es nicht allein, es sei denn es ist eine große Gemeinde mit Mitarbeitern die speziell für den kulturübergreifenden Bereich zuständig sind.

In der Vineyard gibt es für die Menschen mit einer Berufung in die Mission zwei Möglichkeiten. Sie können sich einer bewährten Missionsgesellschaft oder "Para-Church" Organisation anschließen, und ihre Gemeinde bitten, sie im Gebet und finanziell zu unterstützen. Wir kennen das Resultat. In den meisten Fällen sind sie damit für die Gemeinde verloren. Denn selbst wenn sie eines Tages zurückkehren wird es ihnen sehr schwer fallen sich jemals wieder voll zu integrieren. Warum? Es gibt ganz wenige Gemeinden mit der Dynamik einer Organisation bei der Mission nicht am Rande, sondern im Zentrum steht

Uns als Vineyard ist es wichtig, dass Bereiche wie Ausbildung und Mission in der Ortsgemeinde verwurzelt sind. Wenn wir jetzt noch den Schritt schaffen, Mission von einem "Bereich" zum eigentlichen Zentrum unseres Daseins zu befördern, dann werden wir zu wahren Partnern Gottes in Seiner "Mission" Menschen aller Volksgruppen zu Sich zu führen. Todd Hunter hat es vor einigen Jahren so treffend gesagt: "Mission ist nicht was wir tun, sondern was wir sind. Und das führt uns zum eigentlichen Kern der Frage, wie denn eine lokale Gemeinde einen Missionar gut unterstützen kann? Lass ihn erkennen, dass er mit seiner Berufung das zentrale Anliegen der Gemeinde vertritt, und sich nicht als Aussenseiter die Unterstützung seiner geistlichen Familie verdienen muss. Mit dem als Basis und Hintergrund gibt es da noch eine Reihe von geistlichen und praktischen Voraussetzungen die dazu führen können, dass Gemeinde und Missionar sowohl das Anliegen als auch den Segen teilen:

 

1. SENDUNG

Was damals in Antiochien geschah ist noch heute ein gültiger Maßstab (Apg. 13:2-4). Die Gemeinde stellte sich hinter das Anliegen des Heiligen Geistes und sandte Barnabas und Saul. Das offizielle Senden und Segnen gibt dem Missionar Fundament und Inspiration auch in schwierigen Zeiten durchzuhalten.

2. FÜRBITTE

Sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist aber oft ein großer Mangel. Es bleibt die Verantwortung der Gemeinde regelmäßig für ihre Ausgesandten zu beten. Nicht nur kurz beim Gebetstreffen erwähnen, sondern ein Team bereitstellen dass regelmäßig betet.

3. KOMMUNIKATION

Punkt zwei setzt natürlich einen beidseitigen Informationsfluss voraus. Noch nie war es so leicht (und billig) aktuelle Informationen auszutauschen. E-Mail, Blogs, FaceBook, Skype sind nur einige der vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten. Wichtig ist einfach dass sich jemand in der Gemeinde verantwortlich fühlt, Ansprechpartner zu sein und die Informationen und Anliegen an die richtigen Personen weiterleitet.

4. BETREUUNG (MEMBER CARE)

Hier wird es bei kleineren Gemeinden schwierig. Oft fehlen da die Mittel für Besuche und Heimaturlaub. An Wiedereingliederung wird oft gar nicht gedacht. Die amerikanischen Vineyards haben jetzt ein Team von Seelsorgern zusammengestellt um den Arbeitern draußen zur Seite zu stehen. Bei uns in Europa wird es da wohl noch dauern, aber wir müssen uns als Bewegung Gedanken machen, wie wir gerade den kleineren Gemeinden dabei helfen können. Tatsache: Europäische Vineyard Missionare sind am schlechtesten vorbereitet, haben so gut wie keine Betreuung, und werden von anderen Gruppen und Lokalgemeinden oft nicht ernst genommen! Es gibt also viel Raum zum Wachsen.

5. FINANZEN

Auch da wird es bei kleineren Gemeinden schwierig, und es bietet sich an, dass mehrere Gemeinden in einer Region die Last teilen. Eine Kombination aus Beiträgen aus der Gemeinde und persönlichen Unterstützern hat sich als gut bewährt, weil es den Missionar stimuliert gut zu informieren. Der Alptraum jeden Missionars ist es, ein Jahr Heimaturlaub damit verbringen zu müssen im Land umherzureisen um sicherzustellen, dass er genug Mittel hat um wieder ausreisen zu können.

 

Dies als kurzer Überblick über die Begleitung einer kulturübergreifenden Arbeit. Am Wichtigsten ist, dass jede Gemeinde die Möglichkeit bewegt, jemanden aus ihren Reihen auszusenden, damit wir gemeinsam als Bewegung unserer Berufung gerecht werden.

 

Aus dem Erfahrungsschatz von Norbert Bauer